DIE TANTRISCHE MEDITATION

Am letzten Montag hat der neue Zyklus meines KEEP CALM Pranayama & Meditationskurses begonnen. Das gab mir Anlass, für mich und die Teilnehmer Klarheit zu schaffen, denn: Es gibt viele unterschiedliche Arten zu meditieren, und ich liebe und mische sie alle ohne Vorbehalte. In diesem Kurs jedoch setze ich den Fokus auf die tantrische Meditationspraxis.

Die Tantriker haben ihren ganz eigenen Zugang zur Meditation. Die tantrische Praxis kommt generell recht bunt und feinstofflich daher. Dem verdanken wir beispielsweise Konzepte wie das Chakren-System und die Kundalini Kraft.

In der Meditation heißt das: Wir nutzen die Kraft des Geistes, um mithilfe von Visualisierungen die Energie im pranischen Körper zu erwecken und lenken. Diese Techniken beinhalten oft auch Mantra/Klangschwingung und Mudra. Interessant dabei ist, dass der Zugang oft über den Körper erfolgt und nicht nur oder hauptsächlich über die Konzentrationskraft des Geistes.

Doch der für mich wesentlichste Aspekt der tantrischen Meditation liegt mal wieder in der INTEGRATION. Es geht darum, die „formale“ spirituelle Praxis auf dem Meditationskissen mehr und mehr mit Deinem Alltag zu verweben. Die Grenzen und Übergänge fließend zu gestalten, solange bis Meditation und Alltag miteinander verschmelzen und irgendwann Dein ganzer Tag als Meditation gelebt wird, egal ob Du mit gekreuzten Beinen auf dem Kissen sitzt oder den Geschirrspüler ausräumst.

>> Anders gesagt: Deine Meditation endet nicht, sobald Du die Augen wieder öffnest.

Dazu haben die Tantriker das Prinzip der „Mikro-Meditation“ (so nennt es mein Lehrer Christopher Wallis) entwickelt. Statt morgens eine Stunde auf dem Kissen zu sitzen und dann – gefangen im üblichen Irrsinn des Lebens – im Alltag zu versinken, fügst Du in Deinen Tagesablauf immer wieder kleinere Einheiten der Meditation ein, die nur wenige Atemzüge oder ein paar Minuten dauern. So lange, bis der innere Raum der Stille beständig präsent ist. So lange bis Du ganz automatisch aus diesem Raum heraus agierst und nicht aus Deiner blinden Reaktivität.

Und das ist der wahre Sinn und Zweck der Meditation. Es geht nicht darum, Deine Gedanken zu unterdrücken, auf Astralreisen zu gehen oder dem Leben zu entkommen. Es geht darum, Deine Beziehungen zu verbessern. Zum Leben. Zu anderen. Zu Dir selbst.