Posted on 14 Jul 2017

Die tantrische Philosophie und die Quantenphysik sind sich einig: Alles ist Vibration. Diese Schwingung des Lebens vollzieht sich in einem ewigen, wellenförmigen Rhythmus von Expansion und Kontraktion, den die Tantriker Spanda nennen.

Diesem Puls ist alles unterworfen, vom Herzschlag eines Kolibris bis hin zum sich ausdehnenden Universum. Er steckt in jedem Atemzug, den wir tun, findet sich in den Schwankungen unseres Geistes, allen Zyklen unseres Körpers und der Natur.

Das deutsche Wort „Spannung“ hat dieselbe indogermanische Sprachwurzel wie der Sanskrit-Begriff Spanda. Jeder, der schon mal einen Bogen oder eine Saite gespannt hat weiß: Aus Spannung entsteht Vibration, und diese Vibration ist reine Energie, auch „Shakti“ genannt, die sich vom Klang bis hin zur Materie verdichten kann. So entstand aus der Schwingung des Urknalls unser gesamtes Universum. Das ist die tantrische Schöpfungsgeschichte.

Naturgemäß findet alles, was den Weg in die Expansion genommen hat, irgendwann zurück ins Zentrum, in die Kontraktion. Dieser Vorgang kann manchmal recht schmerzlich sein, insbesondere, wenn unser Geist oder unsere Lebensphase sich in einem Zustand der Kontraktion befindet. Es ist hilfreich zu wissen, dass diese Kontraktion ein wichtiges Sprungbrett ist, das uns auf die nächste Stufe unserer Entwicklung bringt; dass sie der Enge und Dunkelheit des Geburtskanals gleicht, der uns ins Licht der Expansion und in ein neues Leben zurückbringt.

Meine Beschäftigung mit dem Begriff Spanda kommt nicht von ungefähr: Es ist der Titel des TeacherTraining Programms, das ich gerade mit einigen geschätzten Airyoga-Kollegen aufsetze. Mehr Infos folgen bald – bitte schreibt mir, wenn Ihr Euch für eine Yogalehrerausbildung interessiert.